Archive for the ‘Antisemitismus’ Category
Thursday, March 18th, 2010
Wieder einmal keine Preisfrage: Was sagt eine palästinensische “Menschenrechtsorganisation” über die Einweihung der 1948 von der jordanischen Armee zerstörten und nun restaurierten Hurva-Synagoge in der Altstadt von Jerusalem? Sie haben es vermutlich geahnt: Die Wiedereröffnung der Synagoge ”is considered a form of settlement activity, and thus constitutes a war crime under international humanitarian law.” So ist das mit dem internationalen Recht, mit dessen Hilfe der Krieg gegen Israel betrieben wird: Ein 20jähriger Palästinenser, der im Libanon geboren wurde und nie woanders gelebt hat, hat ein “unveräußerliches Recht auf Rückkehr”, etwa nach Jaffa, weil seine Großeltern dort einmal gewohnt haben; die Restauration einer Synagoge im jüdischen Viertel der Jerusalemer Altstadt ist hingegen ein Kriegsverbrechen.
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Friday, May 8th, 2009
Aus Anlass des 100. Geburtstages von Tel Aviv gibt es diesen Sommer am Wiener Donaukanal einen Tel Aviv Beach. Da konnte es natürlich nicht ausbleiben, dass den österreichischen Hamas-Freunden die Zornesröte ins Gesicht steigt. Daher haben sie beschlossen, am gegenüberliegenden Kanalufer eine Gegenveranstaltung zu organisieren: Sie wollen einen Gaza-Beach-LKW aufstellen. Auf einer der einschlägigen Webseiten ist zu lesen: “Dort geht es freilich nicht so vergnüglich zu: Stacheldraht, Absperrungen, militärische Angriffe, Nahrungsmittel- und Energiemangel – kurz Gaza Beach ist ein Freiluftgefängnis. Ganz so wie im wirklichen Leben.”
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Monday, March 9th, 2009
…worüber andere Menschen sich wundern können: Da gibt es einen deutschen Journalisten, der früher ganz sinnvolle Sachen geschrieben hat. Zugegeben, schon damals grenzten manche seiner Texte an leicht abwegige Verschwörungstheorien, aber mit den Jahren ist aus dieser kleinen Schrulle eine ausgewachsene Obsession geworden. Heutzutage sieht er sich von “Zionistenfreunden” verfolgt, wettert gegen die “Weltkriegsvorbereitungen” des “internationalen Finanzkapitals” und schreibt dagegen an: “Unsere Volksinitiative organisiert den Bruchs (sic!) mit der political correctness, den Widerstand gegen das internationale Finanzkapital und seine Kriegsbrandstifter in Washington, London und Jerusalem. Deshalb gehört uns die Zukunft” - und wundert sich allen Ernstes darüber, dass man ihn für einen Nazi hält. Wir lernen daraus: Nur weil einer die Kriegsbrandstifter des internationalen Finanzkapitals in Jerusalem am Werke sieht, muss es sich bei ihm nicht zwangsläufig um einen geistigen Enkel jenes großen Führers handeln, der das “internationale Finanzjudentum” einst vor der Vernichtung warnte, sollte es die “Völker noch einmal in einen Weltkrieg … stürzen”. Er könnte nämlich auch einfach nur Jürgen Elsässer heißen.
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Tuesday, March 3rd, 2009
In einem Interview im Standard nimmt Außenminister Michael Spindelegger Stellung zu den Ergebnissen jenes Treffens in Scharm el-Scheikh, das von Daniel Pipes völlig zu recht als “surreale Gaza-Wiederaufbaukonferenz” bezeichnet wird. Im Vorfeld hatten Vertreter der Palästinensischen Autonomiebehörde, wie immer wenig bescheiden, wenn es um die Forderung nach finanziellen Geschenken geht, von über 2 Milliarden Dollar gesprochen, die für den “Wiederaufbau” Hamastans, von dem die Hamas auf wundersame Art und Weise nicht profitieren solle, gebraucht würden. “Darf’s ein bisserl mehr sein?” - nach diesem Motto, das man ansonsten nur beim Fleischhauer zu hören bekommt, einigten sich die anwesenden Delegationen darauf, mit in Aussicht gestellten 4.5 Milliarden Dollar die palästinensische Forderung mehr als zu verdoppeln.
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Monday, January 19th, 2009
Nachdem bereits vor einer Woche der Standard über die Welle des Antisemitsmus berichtet hat, die im Zuge des Krieges gegen die Hamas auch Österreich erfasst und sich unter anderem in über zwanzig antisemitischen Demonstrationen niedergeschlagen hat, geht auch das dieswöchige profil auf die österreichischen Reaktionen auf den Krieg ein. Auffällig ist an diesen zwei Artikeln, dass sich die Autoren eine seltsame Form von Ausgewogenheit zu Eigen gemacht haben.
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Saturday, January 3rd, 2009
Wenn, einem alten Bonmot zufolge, jedes Volk die Regierung hat, die es verdient, und wenn dies in abgewandelter Form auch für Religionsgemeinschaften und deren Führung gilt, dann muss man sich um die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich ernsthaft Sorgen machen. Nach ein paar Tagen verdächtiger Ruhe melden sich deren Funktionäre jetzt nämlich zu Wort, um gegen die israelischen Militärschläge gegen die Hamas zu protestieren. Besonders bemerkenswert ist ein Interview mit dem Präsidenten der Glaubensgemeinschaft, Anas Schakfeh, das im Standard erschienen ist.
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Thursday, October 9th, 2008
Im Standard erschien am 27. September eine Besprechung des kürzlich veröffentlichten Buches “Zwischen Gottesstaat und Demokratie“. Wenige Tage danach protestierte Dunja Larise, Mitherausgeberin dieses Handbuchs des politischen Islam in Österreich, der Rezensent habe das Buch entweder nicht gelesen oder es “aufgrund seiner eigenen ideologischen Vorurteile völlig missverstanden.” Darüber hinaus wies sie darauf hin, dass der Standard seinen Lesern nicht mitgeteilt habe, um wen es sich beim Verfasser des Verisses handelt: Der zum Islam konvertierte Baruch Wolski ist Aktivist des Kulturvereins Kanafani, benannt nach Ghassan Kanafani, dem, wie Larise betont, ”extrem nationalistischen und antisemitischen palästinensischen Dichter” und Funktionär der Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP). In einem Leserbrief im heutigen Standard schwingt sich Wolski nun zum Verteidiger Kanafanis auf: Dieser sei “kein aktueller terroristischer Akteur, sondern eine historische Persönlichkeit, die als Künstler und Journalist, die er war, weit über Palästina hinaus große Anerkennung gefunden hat.” Ihn als Nationalisten und Antisemiten zu bezeichnen sei “ahistorisch und dumm.”
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Thursday, July 10th, 2008
Lizas Welt hat unlängst in einem (wie immer) lesenswerten Beitrag auf die absurde interpretatorische Akrobatik jener Leute hingewiesen, die behaupten, der iranische Präsident Ahmadinedjad habe nie öffentlich zur Vernichtung Israels aufgerufen. Vielmehr sei er falsch übersetzt worden und habe in Wahrheit etwas ganz anderes gemeint. Zur Illustration hat Lizas Welt auf Henryk M. Broder verwiesen, der “Sinn und Unsinn dieser Gespensterdebatte” mit folgendem historischen Vergleich auf den Punkt brachte: “Der ‘Führerbefehl’ zur Endlösung der Juden- und Zigeneurfrage”, so Broder, “ist bis heute nicht gefunden worden. Er hat nur dazu aufgerufen, die Welt von den Juden zu befreien. Von Vernichtung war keine Rede. So wie Ahmadineschad sich heute eine ‘World without Zionism’ wünscht.”
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Wednesday, May 21st, 2008
Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen durfte der Generalsekretär der Gesellschaft für österreichisch-arabische Beziehungen, Fritz Edlinger, für die Wiener Zeitung einen Kommentar verfassen. Während er Ende April gegen die “seit Jahrzehnten von Israel betriebene Politik der ethnischen Säuberung” zu Felde zog, Khomeini gegen Kritik verteidigte und darüber delirierte, dass die Politik der USA im Nahen Osten in den vergangenen sieben Jahren “die Lebensgrundlagen ganzer Völker vernichtet, Millionen Todesopfer (sic!) gefordert und viele Millionen aus ihrer Heimat vertrieben” habe, hat es ihm diesmal wieder ein spezielles dieser bemitleidenswerten Völker angetan: die Palästinenser im Gazastreifen - und offenbar hat er vor, rechtlich gegen die Israelitische Kultusgemeinde (IKG) vorzugehen. Verwundern kann all das freilich nicht, führt man sich einige Wegmarken seiner bisherigen politischen Tätigkeit vor Augen.
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Wednesday, April 9th, 2008
Sobald Antizionisten zu belegen versuchen, dass der Zionismus von Anbeginn an nichts als eine verbrecherische, rassistische Ideologie war, wird ein Slogan aus der historischen Mottenkiste geholt: „Ein Land ohne Volk für ein Volk ohne Land“ sei die Parole der Zionisten gewesen. Damit sei die Ursünde des Zionismus belegt: Die Gründung eines jüdischen Staates sei stets mit der Vertreibung der arabischen Bevölkerung verbunden gewesen. Im Middle East Quarterly hat sich Diana Muir auf die Suche nach Herkunft und Bedeutung des inkriminierten Satzes gemacht und weist in ihrem lesenswerten Beitrag nach, dass auch in diesem Fall die antizionistische Propaganda mit der historischen Realität nichts zu tun hat.
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